1931 eröffnete Heinrich Salge im Hause seiner Eltern eine kleine Reparaturwerkstatt. Er fertigte zunächst Arbeitsschuhe und Langschäfte für die Landwirtschaft. Dies reichte jedoch kaum aus, um sich in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten über Wasser zu halten. So begann er schon 1932 "Fremdfabrikate" zu kaufen und an seine Kunden in einer zwölf Meter großen "Kammer" weiterzuverkaufen.

Mit harter Arbeit und eisernem Sparwillen machte das Ehepaar SALGE, unterstützt von langjährigen Mitarbeitern, aus dem kleinen Schuhhandel ein Schuh- und Sportgeschäft, das heute bis weit über die Grenzen des Kreises hinaus bekannt ist. Heinrich SALGE kümmerte sich neben seiner Arbeit in der Werkstatt noch bis 1991 um die Buchhaltung. Erst als seine Enkelin Claudia wieder ins Geschäft einstieg, arbeitete er noch bis zu seinem Tod 2001 nahezu jeden Tag in der Werkstatt.

1937 legte Heinrich Salge seine Meisterprüfung in Harburg ab. 1939 mußte der Betrieb geschlossen werden, weil die Einberufung zur Wehrmacht unumgänglich wurde. In weiser Voraussicht zerlegte Heinrich SALGE während eines Fronturlaubes das wertvollste Stück des Betriebes, die Schuhmachernähmaschine, in ihre Einzelteile und versteckte sie auf dem Heuboden.

Seit 2006 teilt sich Horst Salge die Geschäftsführung mit seiner Tochter Claudia. Christine Schildmeyer, die 2. Tochter des Hauses, ist maßgeblich für den Einkauf und die Damenabteilung verantwortlich. Marlis Salge kümmert sich um das Cafe und ist nach wie vor im Verkauf tätig

1946, nach Rückkehr aus der Gefangenschaft, wurde die Maschine wieder hervorgeholt und zusammengebaut -es konnte wieder losgehen-. Zunächst erfolgte die Bezahlung für seine Arbeit mit Produkten aus der Landwirtschaft. Die Haupteinnahmequelle war immer noch die Anfertigung und Reparatur von Arbeitsschuhen und Langschäften sowie der Verkauf von Filzpantoffeln. Nach der Währungsreform kaufte Heinrich SALGE wöchentlich mit seinem Motorrad bei Großhändlern ein, um den steigenden Bedarf seiner Kunden zu decken. Er legte dabei besonders Wert auf Qualität zu einem annehmbaren Preis. Um Geld zu sparen, wurde auch direkt bei den Firmen eingekauft. Dazu mußten allerdings wesentlich größere Entfernungen überbrückt werden. Mit dem inzwischen angeschafften VW-Käfer (die Rückbank wurde ausgebaut) fuhr Heinrich SALGE schon in den 50er Jahren mit seinem Sohn Horst u.a. bis nach Pirmasens, um günstig Schuhe einkaufen zu können.

Seit September 2013 absolviert Paula Michels, die vierte Generation, eine Ausbildung im Hause Salge.

1960 legte Horst SALGE nach einer Orthopädie-Schuhmacher-Ausbildung und einer Ausbildung im Einzelhandel seine Meisterprüfung ab. Zu dieser Zeit war er mit 20 Jahren der jüngste Schuhmachermeister Deutschlands. Nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Marlis stiegen beide voll in das Geschäft ein. Dafür gab Marlis SALGE ihren Job bei VW auf. Die Devise hieß Expansion. In den folgenden Jahren ging es immer weiter bergauf. Es verging kaum ein Jahr ohne Um- bzw. Anbauten.